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Die Wissenschaft hinter Gelassenheit: Wie innere Ruhe entsteht – und bleibt


Warum Gelassenheit heute wichtiger ist denn je

In einer Zeit ständiger Reizüberflutung, Leistungsdruck und sozialer Unsicherheit wird Gelassenheit zur essenziellen Ressource. Studien zeigen: 71 % der deutschen Arbeitnehmer*innen empfinden ihr Stressniveau als ungesund hoch. Fast die Hälfte fühlt sich regelmäßig ausgebrannt. Gelassenheit ist kein passives "Nichtstun", sondern eine aktive Form der Selbstregulation und Resilienzfähigkeit. Sie erlaubt uns, klar und präsent zu bleiben – auch unter Druck.


Was bedeutet Gelassenheit aus neurobiologischer Sicht?

Gelassenheit entsteht, wenn das emotionale Alarmsystem (die Amygdala) nicht die Oberhand gewinnt, sondern der präfrontale Cortex aktiv bleibt. Der präfrontale Cortex ist verantwortlich für rationale Entscheidungen, Emotionsregulation und Impulskontrolle. Chronischer Stress jedoch "käppt" diese Verbindung.

  • „High performers“ zeichnen sich durch eine hohe Herzratenvariabilität (HRV) aus – ein Zeichen für flexible Selbstregulation.

  • Studien zeigen: Eine hohe HRV korreliert mit mehr emotionaler Stabilität, kognitiver Leistungsfähigkeit und sozialer Empathie.

  • Achtsamkeitspraxis erhöht die Konnektivität zwischen präfrontalem Cortex und limbischem System.


Gelassenheit wirkt auf vier Ebenen

  1. Physisch: Regulierung des Nervensystems, hormonelle Balance, entspannter Muskeltonus, stabiler Herzschlag

  2. Mental: Klarheit, Fokus, reduzierte Reizbarkeit, Stärkung der kognitiven Kontrolle

  3. Emotional: Emotionsregulation, Selbstmitgefühl, innere Stabilität

  4. Sozial: Mehr Empathie, konstruktiver Dialog, Abgrenzung ohne Schuldgefühle


Stressfaktoren in unserer Gesellschaft

  • Deutschland belegt im World Happiness Report nur Platz 24

  • Ursachen: Soziale Isolation, Zukunftsangst, politische Unzufriedenheit, hohe Erwartungen und chronischer Zeitmangel

  • Im Gesundheitswesen berichten über 40 % der Ärzt*innen von emotionaler Erschöpfung

  • Kassenärztliche Versorgung: 5-7 Minuten pro Patient, steigende Bürokratie = Dauerstress


Wie kann man Gelassenheit trainieren? Effektive Tools

  • Atmung: Bewusstes Atmen (z. B. 4-7-8 Methode oder Resonanzatmung) beruhigt sofort das Nervensystem.

  • Meditation & Achtsamkeit: Regelmäßige Praxis reduziert die Reizbarkeit und fördert präfrontale Aktivierung.

  • Bewegung: 90 Minuten Ausdauertraining/Woche senken das Cortisol-Level signifikant.

  • Schlaf: 7-9 Stunden Schlaf sind zentral für emotionale Ausgeglichenheit.

  • Kälte: 30 Sekunden kalte Dusche täglich aktiviert das Soothe-System.

  • Ernährung: Omega-3, B-Vitamine und wenig Zucker helfen dem Gehirn bei der Stressregulation.


Fazit

Gelassenheit ist kein Zufallsprodukt, sondern neurobiologisch trainierbar. Wer regelmäßig Selbstregulation, Achtsamkeit und Selbstführung übt, schafft ein starkes mentales Immunsystem gegen die Herausforderungen des Alltags. Gelassenheit bedeutet nicht, nichts zu fühlen – sondern bewusst zu wählen, wie wir reagieren.

 
 
 

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